In der Gardeleger Freizeitoase entwickeln junge Forscher Projekte für „Jugend forscht“. Am 22. Februar geht es zum Regionalentscheid.

26.1.2018, von Petra Hartmann

Vektoren, Geraden und Ebenen, komplizierte Formeln an der Wandtafel der Freizeitoase, auf dem Bildschirm der Quelltext des Computerprogramms ... „Vektoren heben ab“ haben Franz Freitag und Noah Elias Senft ihr Projekt genannt, und wenn alles funktioniert, wird es tatsächlich eine Anleitung zum Abheben: Die beiden Gymnasiasten haben nämlich ein Computerprogramm entwickelt, mit dem Hobbypiloten ihre Flugbahnen berechnen können.

Außer den beiden Betreuern Sven Freitag und Konrad Hammer in der Freizeitoase hat den beiden auch Jakob Koch vom Gardeleger Fliegerklub unter die Arme gegriffen: Er lieferte Daten vom Flugplatz, und vielleicht erhalten die Gardeleger Flieger als Dankeschön dafür bald eine edv-technische Starthilfe für die Berechnung ihrer Flugbahnen. Entstanden ist die Idee in der Schule, wie Franz Freitag erzählt. Ein Mathelehrer stellte eine Aufgabe, bei der eine Flugbahnberechnung vorkam. Allerdings sehr vereinfacht und idealtypisch. Das neue Computerprogramm ist da wesentlich detaillierter. Wenn der Pilot Ziel, Start, Windrichtung und -geschwindigkeit eingibt, wird ihm der perfekte Kurs angezeigt – sehr komfortabel.

Wasserwirbel ohne Gluckern

Für „Schüler experimentieren“, den Jugend-forscht-Wettbewerb für Teilnehmer bis 15 Jahre, haben in der Freizeitoase vier Schüler Projekte ausgearbeitet. Frances Guba hat sich mit Flaschen und Flüssigkeiten beschäftigt. „Wie können wir ohne Gluckern eine Flasche entleeren?“, heißt ihr Projekt. In Versuchen goss sie Wasser mal bei schräg gehaltener, mal bei senkrecht auf den Kopf gestellter Flasche aus. Ihr Fazit: Eine Drehbewegung ist das günstigste. „Dann entsteht ein Strudel, und dann kommen Wasser und Luft ungehindert an einander vorbei“, erklärt die 13-Jährige. Experimentiert hat sie auch mit Kohlensäure, aber hier floss das Wasser wegen der Bläschen nicht so gut. Die Versuche mit Plastikflaschen hat die Geschwister-Scholl-Schülerin auch nicht weiter verfolgt: „Die Flaschen haben sich beim Entleeren zusammengezogen.“

Ebenfalls mit Wasser experimentierte Joseline Schwarzlose. Das Projekt der Elfjährigen heißt: „Antrieb durch Unterbrechung der Wasserdichte mit Hilfe von Spülmittel beziehungsweise einem kleinen Stückchen Kernseife“. Konkret bedeutet das: Sie lässt Schiffchen aus Holz und Styropor in einer Wasserschale schwimmen. Wenn sie ein kleines Stück Kernseife oder etwas Spülmittel am Heck anbringt, wird die Oberflächenspannung des Wassers aufgehoben, das Schiff bewegt sich vorwärts. „Spülmittel ist als Antrieb bei weitem nicht so gut wie Kernseife“, fasst die Elfjährige zusammen. Und es ist besser, wenn das Schiff „eine ebene Fläche“ hat. Auch Walnussschalen als Schiff haben sich als eher ungeeignet erwiesen.

Lea-Joan Gohle und Franz Iser haben sich mit Kartoffeln und Tomaten beschäftigt. Konkret haben sie versucht, die Nachtschattengewächse „während der Wintermonate unter Lampenlicht zu kultivieren“, wie es in der Versuchsbeschreibung heißt. Dazu verwandten sie eine Aquarien-Leutstoffröhre und einen Maurerkübel. Die Tomaten haben sie, mangels Bienen, im Winter mit einem Pinsel selbst zu bestäuben versucht. Die Ernte fiel allerdings nicht allzu reichlich aus. Nur zwei Kartoffeln der Sorte „Adretta“ in akzeptabler Größe und ein paar stecknadelkopfgroße Knollen wuchsen. Die „Rote Emmalie“ und der „Blaue Schwede“ sind eingegangen. Bei den Tomaten ist das Ergebnis noch offen.

Die Nachwuchsforscher präsentieren ihre Ergebnisse am 22. Februar beim Regionalwettbewerb in Stendal. Ganz fest die Daumen drücken wird ihnen Ingrid Jankowski, die Leiterin der Freizeitoase. Sie hofft, dass ihre Einrichtung dann auch zum dritten Mal einen Preis erhalten wird: als bester außerschulischer Lernort für Nachwuchsforscher. Sie ist sehr stolz auf die Trophäen aus den Jahren 2016 und 2017.